Stiftung und Steuer

 

Der Gründe, eine eigene Stiftung zu gründen, gibt es viele. Nicht zuletzt jedoch hat das am 24. März 2000 verabschiedete "Gesetz zur steuerlichen Förderung von Stiftungen", das rückwirkend zum 1. Januar 2000 in Kraft getreten ist, das hiesige Stiftungswesen beflügelt. Das zeigt, dass das gemeinnützige Engagement durchaus mit eigenen Vorteilen verbunden werden kann: "Wer selbst einen Nutzen hat, wird auch ein gutes Motiv haben, das Gemeinwohl zu befördern", so Bundeskanzler Gerhard Schröder am 3. April 2001.

Die wesentlichen Änderungen der Stiftungssteuerreform in Kürze: Bisher hatte der Stifter lediglich die Möglichkeit, sein finanzielles gemeinnütziges Engagement in Höhe von 5 Prozent des Gesamtbetrages der Einkünfte als Sonderausgabe abzuziehen. Bei wissenschaftlichen, mildtätigen oder als besonders förderungswürdig anerkannten kulturellen Zwecken erhöhte sich dieser Betrag um 5 auf 10 Prozent des Gesamtbetrages der Einkünfte. Lag das gespendete bzw. gestiftete Vermögen als Einzelzuwendung über der 25.565-Euro Grenze, waren sie im Rahmen der Höchstsätze im Veranlagungszeitraum der Zuwendung, im vorangegangenen und in den fünf folgenden Veranlagungszeiträumen abzuziehen (Großspendenregelung). Mit der Stiftungssteuerreform wurde dieser Spendenabzug nun entscheidend erweitert.

Nunmehr hat der Spender, der einer gemeinnützigen Stiftung Mittel zukommen lässt, die Option, neben den oben beschriebenen Abzügen weitere 20.450 Euro p.a. steuerlich geltend zu machen. Der Clou der Reform allerdings betrifft die steuerlichen Vorteile bei der Stiftungsgründung. In diesem Fall sieht das Gesetz einen zusätzlichen Spendenabzug von bis zu 307.000 Euro vor. Der Stifter hat die freie Wahl, diesen Betrag über einen Veranlagungszeitraum von 10 Jahren zu verteilen: Er kann den vollen Betrag im Jahr der Gründung von dem Gesamtbetrag der Einkünfte abziehen oder jährlich 30.700 Euro anrechnen lassen.

Neben den Vorteilen hinsichtlich der Einkommensteuer sei erwähnt, dass die Übertragung des Vermögens auf eine gemeinnützige Stiftung weder der Schenkung- noch der Erbschaftsteuer unterliegt. Das übertragene Kapital bleibt somit ungeschmälert erhalten ­ ein interessanter Aspekt für alle Personen, die zurecht auch das im Laufe des Lebens ersparte Vermögen als Lebenswerk betrachten, das der Stifter auch nach seinem Tod erhalten wissen möchte